Neue Mitglieder bei der buergerunion-marl

26. 05. 2009

links: Annekathrin Heinrich

Wir stellen vor: Annekathrin Heinrich

Nach wie vor erfreut sich die bum guter Resonanz bei alt und jung: Unsere Vorstellung neuer Mitglieder beginnt heute mit Annekathrin Heinrich (26), frischgebackene Ärztin nach Studium in Ulm und seit ein paar Monaten wieder Marler Bürgerin:

Was veranlasste Sie, Mitglied der bum zu werden?
Zunächst, ich wäre sicher schon mit Gründung der bum vor gut 5 Jahren Mitglied geworden, wenn ich nicht studienbedingt meinen Wohnsitz in Süddeutschland (Ulm) gehabt hätte. Als Wahlhelferin hatte ich mich jedoch schon 2004 für die bum engagiert. Mir gefällt, dass in der bum intelligente und engagierte Bürger für die Stadt was tun wollen, ohne den sonst vorherrschenden Parteienklüngel und ohne Parteikarriere-Ziele und persönliches Vorteilsdenken.

Wo sehen Sie Pluspunkte in Ihrer Heimatstadt und wo sollte sich was verbessern?
Marl hat hervorragende Schulen, davon habe ich auch immer wieder in meinem Studium profitiert (Anm.: A. war auf der Harkortschule und dem GiL). Die Stadt unterhält ein tolles Kulturangebot zum Genießen, wie Theater und Konzerte oder auch zum Selbstmitmachen wie die Musikschule. Sport konnte ich in Marl ausgiebig treiben – Leichtathletik, Schwimmen, Tennis, Volleyball sogar Fallschirmspringen habe ich hier gelernt, und mit der Skizunft war ich Snowboarden. Die Menschen hier in der Region sind Spitze: kontaktfreudig und unkompliziert. Das hatte sich auch in Schwaben `rumgesprochen, wo ich den Spitznahmen „Ruhri“ fast als Ehrenbezeichnung führen konnte. Was besser sein müsste in Marl, ist das Angebot an „jugendgerechten“ Kneipen und auch das Image, was sich Marl selbst gibt.

Was meinen Sie mit Image ?
Ich denke da weniger an die offizielle Präsentation, obwohl die auch mehr hermachen könnte. Marl hat doch etwas, womit man zeigen kann, dass man wer ist: Grimme-Preis, Marler-Debüt, ein toller Feuerwehrball im Rathaus, ein Skulpturenmuseum, das man z.B. in Schwaben vergeblich sucht, usw. Das müsste man viel mehr herausstellen. Auch die ja garnicht so schlechte Wohnqualität in einer grün gebliebenen Stadt. Was mir nicht gefällt: Die ausgiebige Meckerkultur, die einem aus den heimischen Presseorganen entgegenschlägt. Als Fremder müsste man den Eindruck haben, hier haben die keine anderen Sorgen als täglich zu suchen, was kann ich an Negativem über meine Stadt schreiben, vom lächerlichen Löchlein in einer Straße, über Zweige, die in einen Bürgersteig irgendwo hineinragen bis hin zur Verteufelung von Ansiedlungsprojekten, die Marl weiter bringen könnten. Hier drückt sich auch irgendwo ein starkes Stück Provinz aus, das ich nach vielen Jahren –auch studienbedingten Auslandsaufenthalten wie USA, Israel, Schweiz, Australien- so nicht mehr gewohnt bin.
 
Werden wir Sie wieder als Fallschirmspringerin in Marl erleben?
Hinter der Frage steht sicher auch die wieder auflebende Kritik am Fluglandeplatz Loemühle. Hier habe ich mit meiner Freundin und Klassenkameradin Sarah Hajooze vor 8 Jahren den Springerschein gemacht, bin aber die letzten Jahre hier nicht mehr gesprungen. Wir (Anm.: Sarah und Annekathrin sind deutsche Meister im 4-er Formationsspringen und im B-National-Kader, der im Herbst im Weltcup in Tschechien mitspringt) trainieren in Leutkirch/Allgäu, im Winter in Portugal und waren zum Training auch häufig in England im Windkanal. Das ändert sich insofern, weil Deutschland (Bottrop) nun den ersten Windkanal in Deutschland bietet und wir dort künftig häufiger zu finden sind. Übrigens, in Leutkirch wird auch viel geflogen und gesprungen und die Bevölkerung freut sich eher über diese Attraktion (Anm.: auch in Marl dürfte das überwiegend so sein, nachdem sich 2004 über 30.000Menschen für den erhalt des Landeplatzes aussprachen). Weil zwei andere Teammitglieder und auch ich häufig noch in Süddeutschland sind, wird unser Trainingsplatz Leutkirch bleiben.