Marler Verkehrsverhältnisse - nicht viel los, aber viele Ampeln

Grün statt Rot

sollten nur die Marler Ampeln sein. Das geht oft nicht, weil sich Geometrie und Zeit-Weg-Beziehungen nicht überlisten lassen. Da nützt auch der beste Verkehrsrechner nicht. Aber man kann es wenigstens versuchen, nämlich dort, wo es geht.

 

Marl, die Ampelstadt

Marl hat etwa 48 Kreuzungsampeln, 16 Einmündungsampeln und 49 Fußgängerampeln, für eine Stadt mit nicht einmal 100.000 Einwohnern sehr viel. Sie regeln ein Verkehrssystem, welches sich geschichtlich entwickelt hat. Spätere Überlegungen zur Verbesserung der Verhältnisse wurden halbherzig angegangen und nicht zu Ende geführt bzw. im politischen Raum zerredet. Bestes Beispiel: der Stadtkernzubringer. Er endet am Höwings Feld, kaum zu glauben sogar ohne eine Ampel. Man kann sich dann aussuchen, ob man sich durch den verkehrsberuhigten Bereich an der Loemühle quält und in der malerischen Gegend die Spaziergänger ärgert oder sich durch den vor Jahrzehnten asphaltierten schmalen Feldweg „Auf Höwings Feld“ quetscht. Hier sind sogar LKWs verboten. Auf den ersten beiden Bildern sieht man den ersten Eindruck von Marl, wenn man vom Autobahnzubringer kommend an Höwings Feld ankommt. Auf Anhieb ist erkennbar, welche Highlights Marl so bietet…
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Die Politik wollte es so. Einen vernünftigen Stadtzubringer hat sie bis heute nicht auf die Beine gestellt. So ist das mit der kommunalen Selbstbestimmung und der Bürger hat das Nachsehen.

 

Baut endlich einen vernünftigen Stadtkernzubringer und schafft Grüne Wellen

Die buergerunion Marl setzt sich deshalb für einen Stadtkernzubringer ein, der über das Steinerne Kreuz geht und weiterführend eine südliche Umfahrung von Alt-Marl erlaubt. Nach unserer Überzeugung ist dies das wichtigste Verkehrsprojekt in Marl, welches es zu realisieren gilt.

Weiterhin sollten die Hauptstrassen z.B. B225, Bergstraße, Herzlia Allee, Rappaportstraße, Brassertstraße und Lipper Weg einer Überprüfung unterzogen werden. Das Ziel sollten hier technisch machbare Grüne Wellen sein.

 

Rote Ampeln sind Umweltsünder

Es kann nicht angehen, dass man große Anstrengungen zur Begrenzung von Abgasen und Feinstaub unternimmt und gleichzeitig die Fahrzeuge bewusst zum Stop and go zwingt. Wohl gemerkt: Es dreht sich nicht darum, die Fahrzeuge rasen zu lassen, sondern ihnen ein moderates Fahren ohne ständiges anzuhalten zu gewährleisten. Auf diese Weise ließen sich täglich rd. 54.000 l Benzin oder Diesel einsparen. Wer dies nachrechnen will, kann es gern tun. Die einmalige Beschleunigung eines mittleren Fahrzeuges auf 50 Km/h kostet etwa 0,03 Liter Treibstoff. Kaum zu glauben, aber wahr:

 

Von Alt Marl bis Marl-Sinsen muß man 30 Ampeln auf einer Fahrstrecke von 8 Km überwinden. Etwas einfacher hat es der Zeitgenosse, der aus Recklinghausen kommt und über 4,5 Km die schnelle Herzlia-Allee zur Degussa fahren will. Auf ihn lauern nur 16 Ampeln, macht alle 280 m eine Ampel. Und hier etwas Mathematik: Bedenkt man, dass auf diesen beiden nur beispielhaft genannten Straßen täglich 20.000 Fahrzeuge in beiden Richtungen unterwegs sind, die nur an jeder 2. Ampel halten müssen, kommt man auf einen Verbrauch nur für das Wiederanfahren von 27.600 l Sprit. Der Querverkehr schluckt hiervon noch einmal 20%, das sind schon 33.120 l. Macht pro Ampel 720 l Sprit.

Geht man davon aus, dass die übrigen Ampeln nur halb so hoch frequentiert sind und rechnet dieses Ergebnis dann auf alle Marler Ampelanlagen hoch, kommt man auf die Summe von rd. 54.000 l Sprit pro Tag! Macht pro Jahr nach unten gerundet 20 Millionen Liter Kraftstoff oder nach heutigem Kurs 27 Mio €. Natürlich ist der Rechenweg angreifbar, aber er demonstriert eine mögliche Größenordnung. Es macht also Sinn, über einen zügigen Verkehr nachzudenken anstatt diesen ohne Erfolg abwürgen zu wollen. Abgesehen von einem Fahrverbot gibt es kaum eine effektivere Möglichkeit zur Abgas-/Feinstaubreduktion, als Ampelstops zu vermeiden.

 

Grüner Pfeil trifft gut

Es hat sich herumgesprochen: Der Grüne Pfeil ist eine nützliche Hinterlassenschaft der ehemaligen DDR.

 

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Der Gedanke war ganz einfach: Die Hauptstraße hat viel Verkehr, die kreuzende Nebenstraße hat wenig Verkehr, warum sollte man also entlang der Hauptstraße das Rechtsabbiegen verbieten, wenn alles frei ist? Die DDR wollte Sprit sparen und keine sinnlosen Wartezeiten akzeptieren. In der BRD wurde dies sogar eingesehen und in die Gesetzeslage übernommen. So einfach war das damals.

Die buergerunion Marl hat einen Antrag vorgelegt, diese Verkehrsregelung auch für Marl an geeigneten Kreuzungen einzuführen. (Antrag siehe ?ffnet einen internen Link im aktuellen FensterPolitik Stadtrat) Demgegenüber waren die anderen Parteien der Meinung, dass das Thema schon einmal vom Sicherheitsausschuss abgelehnt wurde und nicht wieder aufgerollt werden sollte. In Dülmen z. B. wird die Sicherheit ebenso groß geschrieben, aber dort ist man sehr wohl in der Lage, bei roter Ampel am grünen Pfeil abzubiegen. Plants: Bild fehlt Wir sollten es noch einmal versuchen, der Umwelt zuliebe. Auch große Städte wie Berlin oder Hamburg machen uns selbst hier etwas vor.

 

 

Grüne Welle

Bis zum Umbau der Kreuzung Berg-/Rappaportstraße war die Rappaportstraße zügig ohne Halt befahrbar, lange Zeit ohne Probleme sogar mit 70 Km/h. Als Hauptzubringer zur Degussa machte dies auch Sinn. Leider machte der nicht unumstrittene Umbau dieser Kreuzung zugunsten der Umfahrung der City die bisherige klare und einfache Verkehrsabwicklung zunichte. Welch seltenen Eindruck man von der eigentlich einfachen Kreuzung hat, wenn man die Herzlia-Allee in nördlicher Richtung befährt zeigt unser Bild. Es spricht für sich. Lichterspiele, die ein Fremder erst analysieren muß. Jede Spur hat ein eigenes Signal und das hinter einer Kuppe nach einer Kurve.  Leider hat es an der verpfuschten Kreuzung schon schwere Unfälle auch mit Todesfolge gegeben, weil die Lichtspiele von Ortsunkundigen nicht sofort verstanden wurden.

 

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Schikanen

Was passiert, wenn man mit Schikanen den Abbiegeverkehr von der Herzlia-Allee in die Pommernstraße unterbinden will, sieht man im Bild. Schikanen sind sinnlos, wenn die eigenen Anwohner und Bürger am Befahren ihrer Zufahrtsstrassen gehindert werden sollen:

 

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  • Wo sollen sie denn sonst fahren? Selbst am Verlassen ihrer Siedlung werden sie mit Schwellen und Leitpfosten gehindert.
  • Hat einer der Initiatoren dieses Unsinns mal im Krankenwagen gelegen und ist über diese Marterstrecke geholpert?
  • Was sagt die Feuerwehr, die sich sonst für jede Sekunde Fahrzeit stark macht, zu diesen rettungsbehindernden Einrichtungen?

 

Schilderwald

Es wäre auch ratsam, die Beschilderung und Verkehrslenkung zu überdenken. So werden z.B. heute die Fahrzeuge von Recklinghausen nach Oer-Erkenschwick fahrend erst bis Alt Marl geleitet. Dort setzt die Beschilderung nach Oer-Erkenschwick ein. Nach einer unnötigen Fahrt durch die City geht es dann weiter auf die Herzlia-Allee. Wer dies nicht glaubt, kann die Irrfahrt an der Bilderfolge nachvollziehen. Zur Beschilderung in Marl gibt es viel zu sagen. Hier lohnt sich durchaus ein eigener Artikel.

 

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Fazit

Mit relativ wenig Aufwand kann die Verkehrssituation Marls erheblich verbessert werden. Die buergerunion Marl wird dazu Vorschläge machen und bittet auch um Ihre Mithilfe.